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Gesundheitliche Vorausplanung: Selbstbestimmt bleiben

Viele Menschen wünschen sich, bis zum Lebensende gemäss ihren Vorstellungen behandelt zu werden, mit Respekt vor ihren Werten. Gesundheitliche Vorausplanung (GVP) hilft dabei. Denn sie sorgt dafür, dass eigene Wünsche auch dann berücksichtigt werden, wenn man sich selbst nicht mehr äussern kann. Den perfekten Zeitpunkt für GVP gibt es nicht; sie ist für Menschen in allen Lebensphasen und -situationen sinnvoll und für krankheitsbetroffene Menschen sogar unabdingbar, um Autonomie, Selbstbestimmung und Partizipation wahren zu können. Meist führen Schlüsselmomente wie eine auftretende Erkrankung oder ein Unfall dazu, dass man sich mit Fragen um die gewünschte Betreuung und Behandlung auseinandersetzen muss.


Im Zentrum der GVP steht das Nachdenken über die eigenen Werte: Was ist mir wichtig, wenn ich krank werde? Welche medizinischen Massnahmen möchte ich, welche nicht? Ein offenes Gespräch mit Angehörigen, Freunden oder einer Fachperson erleichtert diese Auseinandersetzung.


Oft wird die Patientenverfügung erst spät erstellt oder im Notfall nicht gefunden. Deshalb lohnt sich frühzeitige Planung. Die Patientenverfügung hält fest, welchen Behandlungen man zustimmt. Für akute Notfallsituationen gibt es zusätzlich die Ärztliche Notfallanordnung (ÄNO). Sie wird gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt erarbeitet und zeigt auf einen Blick, wie beispielsweise bei Reanimation oder einer Spitaleinweisung entschieden werden soll.


Damit Ihre Wünsche im Ernstfall klar sind, helfen fünf einfache Schritte:

  1. Vertretung bestimmen: Legen Sie fest, wer für Sie im Falle von Urteilsunfähigkeit entscheiden darf und besprechen Sie sich mit dieser Person.

  2. Eigene Werte formulieren: Schreiben Sie auf, was Ihnen in Bezug auf Leben, Krankheit und Sterben wichtig ist.

  3. Therapieziele klären: Lassen Sie sich beraten, welche medizinischen Massnahmen und Therapiemethoden für Sie wünschenswert und sinnvoll sind.

  4. Für komplexe Situationen planen: Besonders bei chronischen oder schweren Erkrankungen lohnt sich eine detaillierte Vorbereitung, welche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle oder religiöse Aspekte klärt.

  5. Dokumente aktuell halten: Überprüfen Sie Ihre Unterlagen regelmässig und bewahren Sie sie gut auffindbar auf.


Unterstützende Stellen auf ihrem Weg zur GVP:

 

Quellen:

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